Warum gibt es Versuchungen?

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen.
Matthäus 6, 13

 

Das ist ein kleiner Teil aus dem „Vater unser“ den wir in Matthäus 6, 9-13 finden können.

Wenn wir uns große Gottesmänner wie Spurgeon oder Bunyan anschauen, stellen wir schnell fest, dass sie ein sehr Vorbildliches Geistliches Leben führten. Doch woher nahmen diese Männer ihre Kraft? Etliche von uns kennen ihre Biografien und das besondere an ihnen war, dass sie Beter waren. Sie verbrachten Stunden im Gebet und bestätigten auch selbst dass sie aus dem Gebet ihre Kraft zu diesen Gottesfürchtigen Leben nahmen.

 

Was hat das Gebet nun mit Versuchungen zu tun?

Nicht umsonst lesen wir in Markus 14, 38 folgendes:

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

 

Wer kann sagen, dass sein Fleisch nach seiner Bekehrung stark geworden ist???

Wer meint durch seine Bekehrung besser geworden zu sein hat sich geirrt. Das Fleisch verändert sich um keinen Millimeter, es wird auch nicht veredelt. Gott selbst verurteilte es am Kreuz.

 

Der Bibel entnehmen wir, dass Gott nicht in der Lage ist, Menschen zu versuchen, da Versuchungen immer vom Bösen ausgehen und Gott vollkommen heilig ist. Es kann nur der Widersacher, der Teufel sein, der Menschen versucht. Aber nur dann, wenn Gott es zulässt.

  • Gott lässt es zu um zu sehen, ob wir es wert sind, seine Kinder zu sein!

 

Ein Beispiel aus dem Buch Hiob:

Der Teufel kommt zu Gott und klagt Hiob an. Gott antwortet ihn darauf: „Siehe, alles, was er hat, soll in deiner Hand sein; nur nach ihm selbst strecke deine Hand nicht aus!“. Mit anderen Worten: Geh, versuche ihn und schau, ob er mir treu bleibt, jedoch ihn selbst darfst du nicht berühren. Zwei Dinge können wir daraus lernen.

  1. Nicht Gott ist es, der Versucht, sondern der Teufel selbst.
  2. Gott setzt die Grenzen fest. ER weiß, wie viel jeder Mensch tragen kann.

 

Paulus schrieb in 1. Korinther 10, 13:

Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so daß ihr sie ertragen könnt.

 

Im anderen Vers lesen wir:

Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder; allein gebrauchet nicht die Freiheit zu einem Anlass für das Fleisch… Galater 5, 13

 

Von welcher Freiheit ist hier die Rede? Was bedeutet Frei zu sein?

– Kinder wollen von den Haus Regeln ihrer Eltern frei sein

– Junge Menschen wollen frei sein von der Disziplin des Lernens

– Andere wollen frei von regelmäßiger Arbeit sein.

Es sind nicht diese Freiheiten, zu denen wir berufen sind.

 

…weitere Beispiele:

– Sternen steht es nicht frei, ihre Bahnen zu verlassen und das Weltall zu bereisen

– Einem Zug steht es nicht frei, die Schienen zu verlassen, um sich die Landschaften anzusehen

– Einem Flugzeug steht es nicht frei, seinen festgesetzten Kurs zu verlassen

– Ein Musiker muss sich den Gesetzen der Harmonie unterordnen

– und der Architekt muss sich an dem Gesetz der Schwerkraft halten

 

Die Antwort lautet:

Der Gläubige ist frei von der Sklavenherrschaft der Sünde, aber andererseits ist er ein Sklave Gottes.

Aber auch hier muss ich aufpassen, denn:

– Ich bin nicht frei, einem anderen zum Anstoß zu werden

– Ich bin nicht frei, auf den Namen des Herrn Jesus Unehre zu bringen

– Ich bin nicht frei, die Welt zu lieben

– Ich bin nicht frei, den Heiligen Geist, der in mir wohnt zu betrüben

– Ich bin nicht frei, die Lüste des Fleisches zu befriedigen

 

Paulus spricht in einem Brief das Fleisch zu töten; es absterben zu lassen;  sich der Nahrung zu entziehen.

Von welcher Nahrung ist hier die Rede?

– Bilder die unsere Blicke anziehen,

– Welche Bücher lesen wir?

– Zeitschriften oder Grafiken (Die BILD)

 

Schau dir die folgenden Beispiele an, in denen man versucht werden kann. Und ich bin mir sicher, du kannst diese Liste fortführen…

Wir beten „führe uns nicht in Versuchung“ und im gleichen Moment sprudeln sich unsaubere Gedanken im Kopf ein

Wir beten „führe uns nicht in Versuchung“ und am gleichen Tag könnten mich meine Gedanken fesseln, ob ich den Schraubenzieher von meinem Chef mitgehen lassen soll

Wir beten „führe uns nicht in Versuchung“ und abends könnten mich meine Arbeitskollegen Fragen, ob ich zur Party mitgehen möchte

Wir beten „führe uns nicht in Versuchung“ dabei lässt mich das Kino-Programm für nächste Woche nicht mehr los

 

 

Wie gehe ich mit diesen Versuchungen um?

Gott bietet uns Schutzmöglichkeiten!!! (Ablenkungen vor Versuchungen)

  1. Gottes Wort lesen / Beten 
  2. Der Beruf
  3. Ablenkung in der Natur (spazieren gehen)
  4. Sport / körperliche Betätigung

 

Die Bitte aus dem Gebet ist ein Wunsch eines jeden Christen heilig zu wandeln. Das heißt, wenn wir Versuchungen bestehen, ehren wir Gott und wachsen im Glauben. Auch wenn Gott die Versuchungen zum Guten nutzen kann, sollten wir uns trotzdem davor hüten, da sie uns zu Fall bringen können und zur Sünde verleiten.

Da Gott Versuchungen zulässt, müssen wir auch bei Gott bitten dass er sie nicht auf uns zukommen lässt. Niemand kann aus eigener Kraft auch nur die geringste Versuchung bestehen. Deshalb sollte jedes Gebet die Bitte beinhalten: „Herr, führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“